Samstag, 28. Dezember 2013

Und sie bewegt sich doch!

Erik Satie - Gymnopédies

Nun, diese Stücke sind weltberühmt. Das Hauptthema der ersten Gymnopédie wurde in einer Fernsehwerbung verwendet. Es gibt unzählige Bearbeitungen, prominent und unbekannt, einträchtig und verzerrend, die dieses Werk mit anderen Musikrichtungen verbinden. Ambient, Chill-out, Relaxing Jazz, Dinner Music und weitere Schubladen locken es an. Und somit ist es ein sehr gutes Beispiel für ein Werk das so bekannt ist, dass man versucht ist die Augen zu verdrehen bei Erwähnung. Bei dem es sich aber lohnt auf die Ursprünge zu hören. Dann findet man nämlich den Grund warum die Stücke so berühmt geworden sind. Also lässt man am besten all die Bearbeitungen weg und hört das Werk an wie es erschaffen wurde. Für Piano solo. Hier gefällt mir die Aufnahme mit Reinbert de Leeuw sehr gut. Er spielt die Musik sehr leise, mit viel Zurückhaltung. Die Töne scheinen immer wieder zu verschwinden, wie ein sich äusserst langsam bewegendes Tier das letztlich dan Plan hat sich zu entfernen. Die Harmonik in Verbindung mit der Ausführung erzeugt sehr viel Ruhe und Konzentration beim Hören. Untermalt von leichter Melancholie, die durch die nicht stark ausgeprägten aber vorhandenen Dissonanzen entsteht. Saties Gymnopédien in der traditionellen Form passen gut wenn viel Entspannung benötigt wird. Man muss allerdings auch die Möglichkeit haben sich auf so viel Stille und Langsamkeit einlassen zu können. Für das schnelle “Herunterkommen” im Alltagsstreß müssen wir vielleicht Anderes finden.

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